Pressekonferenz mit David Garrett

Pressekonferenz mit David Garrett

Hier der Link zum Artikel über die Pressekonferenz mit David Garrett: http://www.nachrichten-muenchen.de/index.html?art=19824

 

München, 21.09.2012. Pünktlich zum Vorverkaufsstart seines Open-Air-Konzertes auf dem Münchner Königsplatz am 01.06.2013 empfing David Garrett im Bayerischen Hof zu einer Pressekonferenz. Garrett präsentierte sich den Fotografen mit Mütze – das für eine Kinorolle dunkel gefärbte Haar soll aber wieder blond werden, verriet er. Auch sonst waren seine Haare natürlich Thema, besonders bei den weiblichen Journalisten. Und so plauderte er über Styling-Produkte und erzählte, dass er sich beim Filmdreh des Öfteren mit den Haaren in den Geigensaiten verheddert hatte.

Im Mittelpunkt stand natürlich die bevorstehende Tour im Jahr 2013, die die bisher größte Open-Air-Tournee Garretts in Deutschland werden soll – geplant sind ausschließlich Konzerte auf den größten Freilichtplätzen des Landes. Auch auf das Konzert in das München freut sich der Stargeiger sehr, fühlt er sich nach vier Wochen Dreharbeiten in den Bavaria Filmstudios doch fast schon als Wahlmünchner. Und das liegt nicht nur am guten Wetter: "Ich liebe die Atmosphäre und bin immer gerne hier. Ich mag auch die Architektur sehr. Es hat so etwas Gemütliches hier. Obwohl München eine sehr internationale Stadt ist, hat sie immer noch etwas Ruhiges und Besonnenes".

Auf der nun folgenden Tournee, die wie das gleichnamige Album "Music" heißen soll, wird David Garrett viele neue Stücke präsentieren. "Ich werde viel neues Material spielen, viele Stücke aus der Klassik, aber auch viele Stücke, die es nicht auf das Album geschafft haben. Die sind deswegen nicht schlechter, aber es darf kein Album mit 40 Stücken geben, da hat sich meine Plattenfirma dagegen ausgesprochen. Dafür gibt es dann die Live-Konzerte (…) Es werden wirklich schöne, runde Abende – gerade im Sommer und auf so schönen Plätzen. Es ist eine ganz große Ehre und Auszeichnung, das machen zu dürfen. Ich glaube, größer und besser geht es nicht, und dementsprechend bin ich motiviert, dieses Gefühl mit einer großartigen Produktionsshow und toller Musik zurückzugeben".

Trotz der unzähligen bereits gespielten Konzerte ist er dennoch vor jeder Show aufgeregt. In erster Linie aber empfindet er Freude, wenn er hinter den Kulissen steht und ins Publikum blickt. Das Wort "überwältigend" fällt, und Garrett lächelt dabei so freudig, dass man ihm den Spaß an seiner Arbeit ansieht.

In Hinblick auf seine Shows hat er große Erwartungen an sich selbst: "Es macht mir viel Spaß, eine Art Gesamtkunstwerk hinzubekommen, und da beziehe ich mich in die Produktion voll mit ein. Alles muss natürlich auch Sinn ergeben, da kann man nicht nur irgendwelche Bilder hinten dran pappen und sagen, das sieht schön aus. (…) Es soll ein Flow entstehen. Die Leute sollen den Alltag vergessen. Wir sind ja dafür da, dass die Leute für zwei, drei Stunden mal aus dem Haus rauskommen und entspannter zurückkehren".

David Garrett ist derzeit vielbeschäftigt: die Dreharbeiten zu dem auf dem Leben des Geigen-Mythos Paganini beruhenden Film, in dem er die Hauptrolle spielt, seine Tour im Winter, Presseauftritte und Promotion, das neue Crossover-Album "Music" und die 2013 folgende Open-Air-Tournee. Einen Klon braucht er deswegen aber noch lange nicht. "Ich glaube, dass man manchmal in eine Phase hineingerät, in der einem das alles so viel Spaß macht und so viel zurückgibt, dass man gar nichts anderes machen möchte. Und ich fühle mich auch nicht ausgelaugt oder überarbeitet. Auch wenn ich relativ viel arbeite, erhalte ich mir den Spaßfaktor, weil ich immer unterschiedliche Projekte mache."

Zum Üben findet er dennoch täglich Zeit, auch wenn er manchmal bereits um 5 Uhr auf den Beinen ist oder bis spät in die Nacht arbeitet. "Ich setze mich jeden Tag 2 bis 3 Stunden hin und übe. Danach geht's noch ins Fitnessstudio. (…) Wenn man sich gehen lässt, wäre es wirklich schwierig, mit den Uhrzeiten und der Anzahl an Stunden, die man jeden Tag arbeiten muss, klarzukommen. Wenn man sportlich gut drauf ist, verkraftet man das etwas einfacher".

Garrett ist ein Arbeitstier. Sechs bis sieben Stunden Schlaf reichen ihm völlig. Und im Urlaub würde er sich nur langweilen, meint er. Trotzdem genießt er seine freien Tage, entscheidet je nach Fitness und Energiehaushalt spontan, ob er dann lieber die ganze Zeit auf der Couch zubringt oder etwas unternimmt. So wird er es wohl auch mit einem Oktoberfestbesuch halten. Und da gibt es dann, ganz diszipliniert, nur Apfelschorle.

Trotz seines Welterfolgs ist der Stargeiger auf dem Boden geblieben. Zum Thema Bodyguards verrät er: "Naja, ich bin nicht so schwächlich, dass ich mich mit anderen Leuten umgeben muss. Ich hab immer jemanden dabei, der mal umherschaut, das ist aber eher kollegial. Mit einem Bodyguard würde ich mir auch ein bisschen komisch vorkommen". Auch sonst gibt er sich bescheiden: "Man sollte sich selbst nie zu gut finden. Selbstzweifel und Selbstkritik sind sehr wichtig im Leben. In meinem Beruf wäre es fatal, wenn man sich auf seinen Lorbeeren ausruht. Als Künstler hast du eine gewisse Vergänglichkeit – das was du gestern auf der Bühne gemacht hast, musst du heute wieder unter Beweis stellen. Und vielleicht noch einen drauf setzen. Du bist wirklich nur so gut, wie an dem Tag, an dem du spielst. Das gibt dir positiven Ansporn. Man sollte sich mit sich selbst messen, nicht mit anderen". Wie viel Luft bei seinem Erfolg noch nach oben ist, weiß er nicht. "Ich probiere es einfach so lange aus, bis es nicht mehr funktioniert".

Seine innere Ruhe vor Konzerten, seine Überzeugung, etwas Gutes abzuliefern, all das beruht auf einem eigentlich einfachen Prinzip: perfekte Vorbereitung. Dann braucht es auch keine Rituale vor der Show, sagt er. "Man muss üben. Vorbereitung hängt damit zusammen, die Materie zu kennen, sich darin wohl zu fühlen, gut zu proben, die Produktion und jedes Detail genau zu kennen. Wenn man geprobt hat, ist die Umsetzung relativ entspannt. Wir wissen dann alle, dass das Teil ein Selbstläufer ist, und man wünscht sich einfach viel Spaß. Ich habe sonst keine Rituale … kurz nochmal nachstimmen vielleicht. Eine Show lebt davon, dass man auf der Bühne eine gute Zeit hat, und genau das springt dann auf das Publikum über. Da muss man in dem Moment auch einfach loslassen können. (…) Alles muss erarbeitet werden. Ich bin jemand, der sehr detailliert an sich arbeitet und Vorbereitung sehr groß schreibt. Ob bei einer Tour, einem Album, einem Konzert oder einem Film". Wenn doch etwas schiefgehen sollte, dann nimmt Garrett es mit Humor. An große Pannen oder peinliche Zwischenfälle kann er sich nicht erinnern – Kleinigkeiten passieren immer, aber die überspielt er mit Professionalität und einer gesunden Prise Selbstironie. Nicht nur das macht ihn sympathisch. Garrett wirkt gelassen, entspannt und offen, er lacht viel und nimmt sich Zeit, auf jede Frage einzugehen.

Bevor er sich verabschiedet und danach noch geduldig Autogramme gibt, lenkt er nochmal zurück auf die bevorstehende Tournee. Details gibt es noch nicht, aber eines weiß er sicher: "Es wird fett!" (S. Chmiel)

 

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