Aus dem Leben eines Elektro-Killers

Aus dem Leben eines Elektro-Killers

Diese Worte sind möglicherweise das letzte Dokument, das man jemals von mir finden wird. Ich muss schnell schreiben und schnell reagieren, denn es kann jederzeit zu spät sein. Angstschweiß rinnt mir über die Stirn, meine Finger sind zittrig und ich bebe vor Furcht. Ich sitze in einer dunklen Ecke des Raumes. Die Tasten meines Computers klappern hektisch unter meinen Fingern, einzig und allein die kleine Kontrollleuchte erhellt das Zimmer minimal. Manchmal habe ich das Gefühl, keine Luft zum Atmen zu bekommen. Diese Sekunden ziehen sich wie Tage, die Panik in mir wächst. Sagt meiner Familie, dass ich sie liebe. Sagt meinen Freunden, dass ich sie liebe. Und lauft! Lauft weit, weit weg! Entfernt euch von mir! Denn ich bringe das Unheil! Ich ziehe es an, wie ein Kuhfladen die Fliegen, ich bin befallen von einem schrecklichen Fluch, einem gar grausamen Schicksal… LAUFT!

… denn ich bin der Elektroschreck!

handy-1(komischerweise stelle ich mir diesen Satz gerade untermalt mit der Melodie von „Ich bin der Picknicker…“ vor… Und prompt verliert das Ganze an Dramaturgie…)
Die Thematik, die sich in den Augen der Leser vielleicht als lustig und gar humoristisch darstellen mag, ist im eigentlichen Sinne jedoch eine tragische, weitreichend-verstörende und sogar mein Umfeld irritierende Sachlage, zu deren Entstehung und kontinuierlichen Weiterentwicklung es weder historische Aufzeichnungen noch medizinische Erklärungen gibt. Fakt ist: ich habe mich im Laufe der Jahre vom harmlosen Technik-Deppen zum gewaltigen Elektro-Killer hoch-evolutioniert. Dies – und das bitte ich zu bemerken – ist weder einen Tusch noch Freudenschüsse wert, auch wenn es sich erst mal so anhört, als hätte ich die nächste Entwicklungsstufe erreicht. Es heißt aber: ich habe das nächste Mutationslevel erreicht; ein Level, das nicht nur Spülmaschinen sprengt, Sicherungen durchbrennen lässt und Drucker ins Elektro-Nirvana verbannt, sondern zudem Computer zur bedingungslosen Aufgabe direkt nach dem Einschalten zwingt und mein iPhone ins virtuelle Koma jagt.

Die Spülmaschine quittiert seit über zwei Jahren ihre Dienste; wohlwollendes Zureden, gar Streicheln, brachte nicht die gewünschte Besserung. Meine Mikrowelle schaltete sich in letzter Zeit immer selbstständig ein und grillte. Grillte!!!! Vor Kurzem fiel mir dann noch im Zuge einer Regal-Reparaturarbeit, die ich ganz allein und total frauenuntypisch völlig selbstständig vorgenommen habe, der Toaster auf den Kopf. Als dann beim Abspülen auch noch alle Sicherungen durchbrannten, hätte klar sein müssen: dies war erst der Anfang.
Der Zenit der von mir ausgehenden Elektroschrott-Maschinerie war dann am Wochenende erreicht, als mein Handy ins Klo fiel. Zum dritten Mal. Wobei zu meiner Verteidigung zu sagen sei: die ersten zwei Male bin ich wirklich unglücklich beim Waschbeckenschrubben daran hängen geblieben – nach erfolgreichem, ellenbogentiefen Fischen in den düsteren Gefilden meiner Toilette lief mein Handy übrigens trotzdem noch. Den letzten Sturz in eine eher zweifelhafte Boazn-Toilette nahm es mir jetzt aber gehörig krumm. Einschalten, ausschalten, irgendetwas bedienen – nichts geht mehr. Der Hinweis, mich in möglichst weiter Entfernung vom Handy hinzusetzen, führte zu ein paar jämmerlichen Sterbe-Tönen im Piepsformat, führte aber auch nicht zum gewünschten Ergebnis. Mein Regentanz gen Apple-Store brachte genauso wenig wie der zweifelhafte Hinweis, den Akku doch einfach mal zu laden.

Und daher habe ich heute nur noch eine ernstgemeinte Bitte – und zwar an alle Menschen mit Herzschrittmachern: LAUFT!

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