“Auf die Freiheit” – das Laute, das Leise und ois dazwischn

“Auf die Freiheit” – das Laute, das Leise und ois dazwischn

„Auf die Freiheit“ heißt das 10. Studioalbum der bayerischen Singer-Songwriterin Claudia Koreck, das am 07.08.2020 erscheint. Wie immer verzaubert Claudia mit ihrer Stimmgewalt, mit ihren sanften, zu Herzen gehenden Tönen und ihren tiefsinnigen Texten. Freiheiten nimmt sie sich bei ihrem neuesten Werk übrigens auch heraus: sie zeigt sich so experimentierfreudig wie noch nie, überrascht mit neuen Sounds und musikalischer Vielseitigkeit.

Wir treffen uns an einem Tisch im Biergarten, Claudia Koreck begrüßt mich im luftigen Hosenanzug und mit hölzernen Gitarren-Ohrringen. Umarmen, ja, das geht in Zeiten von Corona noch nicht – genauso, wie nun Monate lang auch keine Konzerte oder größere öffentliche Veranstaltungen möglich waren. Für Musiker und Künstler besonders bitter. „Es war scho erst amoi a Schlag ins Gesicht; diese Perspektivlosigkeit fand ich so krass – Du woaßd einfach need, wann’s richtig weida geht. Wir hätten im Herbst eine coole Tournee zum neuen Album geplant – bisher kann aber niemand sagen, ob und wie das genau stattfinden wird. Da hängst als Künstler natürlich scho ganz schee in da Luft.“

Claudia Koreck auf die Freiheit
Copyright @ Graewert

Claudia lebt für die Bühne – und sie lebt von ihrer Musik. Ausgangsbeschränkungen, Einschränkungen und Absagen von Veranstaltungen trafen/treffen sie also wie viele andere Kunstschaffende besonders hart. Kann man aus so einer Situation überhaupt noch etwas Positives  für sich gewinnen?

„Als die erste Schockstarre vorbei war, habe ich meinen Fokus erst mal auf meine Familie, auf etwas Positives gerichtet. Als Künstler bist du manchmal in einem richtigen Hamsterrad drin: du schreibst für das Album, dann nimmst du es auf, danach geht es auf Tour – und dann geht das Ganze wieder von vorne los. Du hast wenig Zeit, richtig durchzuatmen, oder bewusst zu sagen, „Heid mach’e amoi nix.“. Und das habe ich in dieser Zeit natürlich schon genossen. Aber du muaßd’de wirklich drauf einlassen, sonst zehrt es an dir.“

Und so gewinnt das Wort „Freiheit“ in dieser Zeit für uns alle noch mehr an Bedeutung; der Gedanke an Freiheit beflügelt – auch musikalisch. „Dieses Freiheitsgefühl macht mi scho immer aus – i brauch des wia die Luft zum Atmen. Auf der Bühne erlebe ich das, da kann ich alles vergessen, bin frei von allem und denke an nix.“

Nicht nur auf der Bühne kann man Claudias Liebe zu Freiheit und Unabhängigkeit hören und spüren, sondern ganz besonders eben auch auf ihrem neuen Album. Sie „möchte nicht langweilig werden“, sagt sie, und ihr neuestes Werk ist alles andere als das. 

Claudia Koreck Auf die Freiheit
Copyright @ Graewert

In elf Stücken schlägt es einen Bogen von der funky Disco-Nummer (“Katz und Maus”) bis zum Gypsy-Folk (“Fremde Melodie”), vom bassgetriebenen “Vida Bonita” bis zum Trompeten-Reggae-Stück (“Bahamas”). Mit reduzierter Stimme und verstärktem Bass, mit treibendem Beat und einem Revue-Refrain im Abba-Stil überrascht Claudia zum Beispiel beim Song „Vegas“. Aber freilich dürfen auch intime und grüblerische Gitarrenballaden sowie vom Blues infizierte Nummern im geliebten Koreck-Stil nicht fehlen. „I richt’mi need nach dem Sound, der grad aktuell ist; i mecht need macha, was grod oana vo mir verlangt. Des bin i einfach need.“ Claudia bleibt Claudia, auch auf dem neuen Album, und das, obwohl sie sich ein weiteres Mal neu erfindet. 

Sich musikalisch bestimmte Freiheiten herauszunehmen und Neues zu versuchen, ruft freilich beim Hörer auch eine Reaktion hervor. „Die Angst vor Ablehnung gibt es natürlich – aber so viel Überwindung es auch immer kostet, ins kalte Wasser zu springen, so interessant finde ich es, denn ich weiß, dass mich das im Leben auch irgendwie weiter bringt. Da bleibe ich nicht stehen, da entwickelt man sich und lernt ganz viel.“ Claudia gibt Erlebnissen und Emotionen mit ihrer Musik Raum, und genau das verschafft ihr auch das notwendige Selbstbewusstsein, um nicht mit dem Strom zu schwimmen. 

Den Weg auf das Album haben diesmal auch Songs oder Songschnipsel gefunden, die teilweise schon länger auf ein Platzerl auf einer Veröffentlichung gewartet haben; drei Tage hat sie mit Ehemann (und gleichzeitig Produzent) Songs angehört, ins Handy aufgenommene Melodien „gesichtet“ und aus diesen Ideen ein Album produziert, das Seinesgleichen sucht. „Die Songs sind sehr unterschiedlich; wir haben kompromisslos das genommen, was uns gefallen hat – ohne Angst vor anderen Genres, in denen ich noch nie drin war. Ich liebe es, mich auszuprobieren. Ich liebe das ganze Spektrum: das Laute und das Leise und ois dazwischn!“ sagt sie, und das Funkeln in ihren Augen verspricht auch beim neuen Album wieder einen musikalischen Hochgenuss. 

Auf die eigentlich geplante Herbst-Tournee hoffen Claudia und ihre Band natürlich immer noch – doch bis dahin kann man die ziemlich gebeutelte Kunst- und Musik-Szene durch den Kauf einer CD oder einer Schallplatte („Auf die Freiheit“ wird es nämlich auch als Vinyl geben!) unterstützen. Und ich empfehle, die Augen und Ohren nach Live-Konzerten offen zu halten, denn ein Konzert von Claudia Koreck verspricht erfahrungsgemäß eine wunderbare Auszeit mit toller Musik, einer grandiosen Stimme, großartigen Musikern und einem Herzerl, das nach Verlassen des Konzertes noch ganz lange Claudia-verliebt im Takt hüpft.


Mehr Infos: www.claudiakoreck.com

Das neue Album “Auf die Freiheit” ab dem 07.08.2020 erhältlich!

Live u.a. am 28.08.2020 auf der Freiluftbühne im Deutschen Museum

Foto Copyrights: @graewert

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