365 Tage Knopfauge – ein Dankeschön.

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Gestern vor einem Jahr sah mein Leben noch ganz anders aus. Ich war Single, hauste alleine in meiner Drei-Zimmer-Wohnung und war der festen Überzeugung, dass sich dieser Umstand auch nicht so schnell ändern würde. Also plante ich einen begehbaren Kleiderschrank. Jemanden finden, der wirklich zu mir passt? Jemandem über den Weg laufen, in den ich mich Hals über Kopf verlieben würde? Auf jemanden treffen, der mich so mögen würde, wie ich bin? Nicht, dass ich die Hoffnung aufgegeben hätte – aber zumindest lag all das in relativ weiter Ferne. „Es passiert immer, wenn man gar nicht damit rechnet“, heißt es. Ja klar, dachte ich, noch nicht ahnend, dass heute vor einem Jahr ein ganz besonderer Tag in meinem Leben sein würde.

Es ist nicht so, dass ich nicht interessante, nette Männer gedatet hätte. Aber der Richtige war eben noch nicht dabei gewesen. Blöd, wenn man bald 37 wird und eigentlich mal ganz große Pläne hatte. Kinder, Haus, Hund, Heirat … so hatte ich mir das mit 12 einmal in den schönsten Rosarot-Nuancen ausgemalt. Meine Barbie heiratete in dieser Zeit jeden zweiten Tag ihren Badehosen-Ken (ich investierte mein Taschengeld immer lieber in Klamotten für Barbie als in ein Gewand für ihren Begleiter), ich überlegte mir Namen für meine künftigen Kinder und probierte meinen Vornamen in Kombination mit den unterschiedlichsten Nachnamen aus. Samt Unterschrift-Üben. Dann kamen die Pubertät und die Männer. Keiner davon kam übrigens in einem rosafarbenen Cabrio und entstieg diesem nur in einer Badehose. Stattdessen hatten sie andere tolle Gimicks wie Lethargie, Aggressionsprobleme, soziale Störungen, narzisstische Anwandlungen oder fehlende Eier in der Hose.

Der Superprinz mit Charme, Humor, großen Händen und einem schrägen Sinn für Verrücktheiten, der gut zuhören konnte, mich mit Haut, Haar und all meinen mehr oder weniger großen Macken vergöttern und mir die Welt zu Füßen legen würde, wurde im Laufe der Jahre also ausgetauscht gegen ein weit erdenderes Männerbild. „Gut, wenn er nicht stinkt, noch keine 80 Jahre als ist, zumindest noch fast alle Zähne im Mund hat, einen Job – egal welchen, meiner Sprache zumindest ansatzweise mächtig und irgendwie sympathisch ist, dann könnte ich mir das schon eingehen lassen“, dachte ich bisweilen. Meinem Superprinzen zu begegnen, diesen Wunsch hatte ich realitätsnah abgehakt. Ich sage es euch, wie es ist: mein neues Lebensziel bestand in der Suche nach dem besten Wein der Welt. Oder dem besten Wein Münchens. Naja, dem besten Wein, den die jeweilige Bar, in der ich gerade war, zu bieten hatte. Ok, ganz ehrlich: ich nahm eigentlich jeden Wein.

Fun Fact: „Es passiert immer, wenn man gar nicht damit rechnet“ passierte tatsächlich genau dann, als ich gar nicht damit rechnete. Und zwar heute vor einem Jahr. Da stand er also vor mir, dieser Mensch, der mein ganzes Leben auf so wunderbare, leichtfüßige, herzerwärmende Art und Weise auf den Kopf stellen sollte – noch mehr, als es ein Ken in einem rosa Cabrio nur mit einer Badehose bekleidet je hätte tun können. „Das könnte etwas richtig Ernstes werden“, schrieb ich meiner besten Freundin noch in der selben Nacht, nachdem ich wieder Zuhause in meiner Wohnung angekommen war (Wer wissen möchte, wie wir uns genau kennengelernt haben: HIER findet ihr die ganze Story).

Ich hatte Schmetterlinge im Bauch, wie ich es noch nie zuvor gefühlt hatte. Und diese Schmetterlinge habe ich übrigens immer noch im Bauch, jedes Mal, wenn ich ihn sehe oder seine Stimme höre. In diesem einen Jahr ist so viel Wunderbares, so viel Zauber und so viel Schönes passiert, wie ich es mir nie hätte träumen lassen. Im Grunde sind wir seit unserem Kennenlernen unzertrennlich. Wir gehen durch dick und dünn. Er fängt mich auf und stützt mich. Er gibt mir Kraft, wenn sie mir einmal fehlt. Er vergöttert mich, mit all meinen mehr oder weniger großen Macken. Er hört zu. Er liest mir jeden Wunsch von den Augen ab. Er behandelt mich wie eine Königin. Er macht mich jeden Tag unendlich glücklich.
Ich weiß, wie schrecklich kitschig das klingt. Und ich hätte nie gedacht, dass ich kleines Menschenwesen solche Gefühle erleben darf. Aber ich stecke mittendrin. Und ich bekomme nicht genug. Ich liebe seine Worte, die wie Streicheleinheiten direkt in mein Herz dringen; ich liebe seine Berührungen und den Duft seiner Haut. Ich fühle mich so geborgen und beschützt wie noch nie. Seit einem Jahr weiß ich, dass nichts auf dieser Welt passieren kann, was er nicht mit mir gemeinsam irgendwie lösen würde. Zum ersten Mal seit unfassbar langer Zeit fühle ich mich nicht mehr alleine.

Und ich werde es auch nie wieder sein. Denn er hat mir das größte Geschenk gemacht, mit dem eine so erstaunliche, tiefe und ehrliche Liebe gekrönt werden kann: ich darf die Mutter seines Kindes werden. Im August werden wir zu dritt sein. Ich liebe dieses neue Leben, mit dem ich nicht mehr gerechnet habe. Und somit habe ich ab jetzt nicht nur Schmetterlinge im Bauch…

unser-baby

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