Auf an Ratsch: Freddy Scherer von der Schweizer Rockband „Gotthard“

Auf an Ratsch: Freddy Scherer von der Schweizer Rockband „Gotthard“

Vor über 20 Jahren landete die Schweizer Rockband „Gotthard“ mit ihrer „Defrosted“-Akustik-Tour einen Volltreffer. Die für die Dauer von zwei Monaten angesetzte Tour wurde aufgrund der großen Nachfrage und des weltweiten Erfolgs auf zwei Jahre ausgedehnt. Seitdem ist viel passiert – und das Repertoire der Band hat sich in den vergangenen Jahren massiv erweitert. Zeit also, auch diesen neuen Songs eine ganz besondere Bühne zu bieten. Mit „Defrosted Part II“ bringt die Band um Frontmann Nic Maeder alte und neue Hits in neuem, akustischem und etwas ruhigerem Gewand auf die Bühne. Begleitet werden sie bei ihrem Stop in der Münchner Tonhalle am 11.03.2018 von Ex-Mr. Big-Sänger Eric Martin. Ich habe mit Gotthard-Gitarrist Freddy Scherer im Interview gesprochen.

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„Defrosted Part II“ ist wieder ein Unplugged-Tour. Was ist für Euch das Reizvolle an einer akustischen Show – und was daran ist auch eine Herausforderung?

Die Herausforderung an einer akustischen Show ist es, die bereits bestehenden Songs anders zu arrangieren. Im Studio hast Du ja sehr große Produktionen mit vielen verschiedenen Spuren – bei der Akustik-Version geht das natürlich ein wenig zurück. Im Grunde heißt das: die gleichen Songs, aber in einem anderen Kleid. Zum Teil klingen die Songs wirklich ganz anders… es gibt die totalen Überraschungen und natürlich auch die Songs, die Du schon so ähnlich kennst und sagst „Ja, das ist in dieser Version aber auch geil“.

Das klingt super. Macht es denn besonderen Spaß, aus einem bestehenden Song etwas „Neues“ rauszuholen, ihm einen neuen Schliff zu geben?

Oh ja! Das machen wir eigentlich bei jedem Song für diese Tour – manchmal hast Du da relativ schnell eine gute Idee, wie Du den Song anders aufziehen könntest; und manchmal musst Du auch echt einen ganzen Tag investieren, um den richtigen Dreh zu finden. Wie gesagt: das Konzert besteht zur Hälfte aus Songs, die wirklich ganz anders daherkommen, und zur Hälfte aus Songs, die nur ein klein wenig anders aufgemacht sind. Aber der Groove ist sowieso ein anderer, mit den Akustik-Gitarren und den Chorsängerinnen, die dem Ganzen einen „Southern Touch“ geben; wir haben auch mehr Klavier und Synthesizer dabei – der Hintergedanke ist, damit auch mehr in die Richtung Blues, Südstaaten-Sound zu gehen.

Was reizt Dich als Gitarristen mehr: Akustik oder eine Eurer normalen Rockshows?

Puh, das ist schwierig zu sagen. Elektrisch gehst Du auf 100. Bei der „Defrosted“-Geschichte ist das natürlich schon etwas Anderes, aber da ist auch richtig viel Energie dabei; es ist … ich würde fast sagen: „mehr musikalisch“. Die Energie kommt auch – aber eben anders. Das Ganze ist, meiner Meinung nach, vielleicht sogar mehr tanzbar. *lacht* Ich würde diese Frage aber am liebsten erst in einem halben Jahr beantworten, wenn wir mal ein paar dieser Shows absolviert haben.

Wenn man Songs, die man schon lange in einer bestimmten Spielart spielt, neu arrangiert, kommt es dann live auch mal zu Pannen, weil man den Song in der neuen Version noch nicht gewohnt ist?

Ja, wir fangen ja jetzt erst mit der Tour an – wir hoffen, dass es zu keiner solchen Panne kommen wird. Aber man weiß es ja nie. Was sicher ist: wir sind auf jeden Fall weniger abhängig von Technik. Ein bisschen natürlich immer noch, denn ohne Mikrophon läuft so eine Show nunmal nicht. Aber generell haben wir viel weniger Technik am Start; das nimmt auch Pannenpotential. Aber: der Strom kann natürlich immer ausfallen – das ist uns auch schon passiert, dass plötzlich während eines Konzertes gar kein Strom mehr da war. Es kann alles geschehen … aber heute, 2018, ist es dann doch eher selten, dass alles zusammenbricht.

Worin liegt der Reiz, einen so bekannten Künstler wie Ex-Mr. Big Sänger Eric Martin mit auf Tour zu nehmen?

Eric macht unser Vorprogramm. Er kommt „zu zweit“, nur er mit seinem Gitarristen. Wenn man eine Tour plant, dann melden sich immer viele Leute – und wir schauen dann, was am Besten zu uns und der Tour passt. Eric macht eben als Duo auch eine Unplugged-Geschichte und hat somit das gleiche Konzept wie wir. Und Eric gehört mit seiner Band ja für viele bestimmt immer noch in die Kategorie „Lieblingsband“; es wird also sicher spannend! Ich freue mich wahnsinnig und hoffe, dass das richtig gut kommt! Vom Stil wird es auf jeden Fall sehr gut zusammenpassen.

Gibt es einen Künstler, mit dem Du gerne einmal zusammen auf der Bühne stehen würdest?

Ja, gut, da gibt es natürlich die Legenden … aber ich bin kein Jäger, der unbedingt mit diesem oder jenem zusammenarbeiten möchte. Sollte aber z.B. Jimmy Page bei der x-ten Halb-Reunion von Led Zeppelin sagen, dass ich mit ihm jammen dürfte, dann wäre ich da mit Sicherheit gerne dabei. Er ist auf jeden Fall eine Person, die über all die Jahre großen Einfluss auf mich hatte.
Alle anderen Zusammenarbeiten ergeben sich auch oft durch Zufälle – weil man vielleicht im gleichen Studio ist oder auf dem gleichen Festival spielt. Und wir sind ja alle nicht mehr so verbissen, dass wir dem anderen den Stecker rausziehen wollen, damit dieser auf keinen Fall nicht besser spielt als wir selbst…diese Zeiten sind ja zum Glück vorbei *lacht*.

Jetzt gibt es die Band Gotthard mittlerweile seit 25 Jahren… das bedeutet, dass auch der ein oder andere Song bereits 25 Jahre alt ist. Kann man diese Lieder noch hören? Oder freut man sich mehr darauf, das neue Material zu spielen?

Ach, beides. Es gibt Songs, die spielt man einfach gerne, weil sie sehr gut beim Publikum ankommen. Und dann gibt es die Neuen, die sind natürlich spannend! Diese Songs musst du erstmal zum Klingen bringen, denn Studio und live, das sind einfach zweierlei Welten. Und bei der Unplugged-Sache ist eh alles anders, weil eben auch die alten Songs teilweise komplett „neu“ für uns sind. Das hat natürlich schon seinen Reiz, und man ist bei diesen Songs auch wacher.

Wie habt ihr und Eure Musik Euch im Laufe dieser 25 Jahre verändert?

Der Mensch ändert sich ja konstant. Da gibt es immer wieder etwas Neues, dann gibt es „Retro-Phasen“, in denen man auch mal einen Schritt zurück geht – es ist eine konstante Veränderung, ob persönlich oder musikalisch; die Interessen verschieben sich immer wieder. Als ich 20 war, gab es nur Partys, auf der Bühne stehen und sonst gar nichts. Heute gibt es schon noch zwei, drei andere Sachen, die auch noch wichtig sind *lacht* Aber das ist ja nicht nur bei Musikern, sondern bei allen Leuten so.

25 Jahre Bandgeschichte – das ist ja quasi schon wie eine Ehe. Da kann man sich schon auch mal „auf den Sack gehen“, oder?!

Ja, klar! Ich sag mal so: das Potential wird sogar größer, aber man weiß auch besser, wie man damit umzugehen hat. Oder wie man damit umgehen kann, wenn man es denn will. Nach 25 Jahren sagst du halt „Ok, der ist halt jetzt so, das kennen wir schon, das ist ja jetzt auch nicht das erste Mal“. Dieses lange Zeitdauer hilft und hilft nicht. *lacht*

Am 11.03. spielt ihr in der Tonhalle in München. Wie erlebt ihr München als Spielstätte? Habt ihr eine besondere Erinnerung an München?

München ist sozusagen ein Gotthard-freundliches Terrain. Es liegt sehr nahe an der Schweiz; und wir spielen wirklich viel in München und sind auch gerne dort. Ich kenne München schon ewig – die meisten Clubs, die ich von damals kenne, gibt es wahrscheinlich aber schon gar nicht mehr.

Die Tonhalle ist ja eine kleinere, heimeligere Location. Ich habe gelesen, dass ihr die Locations für die Tour auch nach diesem Kriterium ausgesucht habt. Warum?

Das hat natürlich mit diesem Akustik-Konzept zu tun. Bei den Konzerten sitzen wir ja, das Ganze ist etwas runtergefahren, es ist jetzt nicht DIE wahnsinnige Show – es geht also wirklich fast ausschließlich um die Musik. Und das funktioniert eigentlich sehr gut in einem intimeren Rahmen. Wir lassen uns jetzt überraschen, ob das dann mit jeder Location, die wir ausgewählt haben, so gut funktioniert. Das Pubklium ist auf jeden Fall näher dran – und spürt auch mehr.

Kennst Du Münchner Bands?

Puh… ich kenne Bands von früher *überlegt*. Klar, die „Spider Murphy Gang“ kenne ich! Mein Sitznachbar in der Schule, der war 15 Jahre lang Stage Manager der Spider Murphy Gang. Oder die „Münchner Freiheit“, die kenne ich natürlich auch! Früher war das Geographische aber auch wichtiger, da hat man sofort gefragt: Woher kommt diese Band? Heute, u.a. mit dem Internet, ist das alles sekundär; da bekommt man gar nicht mehr so wirklich mit, woher welche Band stammt. Meist geht es nur noch darum: Deutschland oder nicht Deutschland? Dieses oder jenes Land?

Von „Radio Swiss Pop“ ist „Heaven“ zum besten Song gekürt worden. Wenn ihr es selbst beurteilen müsst: wie sehr passt Gotthard denn in das Genre „Pop“?

Ich sage mal so: wir sind eine Rockband mit Balladen. Es hat mit Sicherheit sehr poppige Alben von Gotthard gegeben, es gibt rockige Platten und es gibt eben auch viele Balladen. Es kommt immer drauf an, was Du aus unserer Musik rausziehst. Wenn Du die härteren Töne herausziehst, dann ist Gotthard eine Hard Rock Band; wenn Du die Balladen nimmst, dann ist Gotthard eben eine Pop Band. Am Ende des Tages ist das alles einfach MUSIK. Gotthard war immer schon eine Band mit verschiedenen Gesichtern – mit zwei, drei Gesichtern auf jeden Fall. Dazu kommt, dass jeder in der Band nun mal seinen Geschmack, seine Vorlieben hat. Wir können auf jeden Fall mit allem leben – sonst würden wir es nicht machen!

Was dürfen wir denn in Zukunft noch von Euch erwarten?

Unser Fokus liegt im Moment voll auf der „Defrosted Tour“. Danach kommt dann noch die Festival-Tour; die Frühlingstour ist mit 9 Musikern, die Festival-Sommer-Tour mit 13 Musikern … und klar, dann wird es auf jeden Fall wieder eine Studio-Platte geben. Das kommt aber ein wenig darauf an, wie lange wir dieses Akustik-Ding machen. Wir wollen das Ganze auch live aufnehmen – und da kommt dann wahrscheinlich auch noch ein Live-Album. Wir fangen jetzt einfach mal hier an…und dann werden wir sehen, wohin die Reise geht.


Zur Tour:

gotthard_2016-09_02GOTTHARD – das Wort „Defrosted“ ist in der Geschichte der Schweizer Erfolgsrocker von GOTTHARD zweifelsohne eines der bedeutendsten überhaupt: 20 Jahre ist es her, da überraschte die Band, die sich seinerzeit gerade in ihrem großen Aufstieg befand, mit einem Live-Konzept, das die Rockwelt Kopf stehen ließ. „Defrosted“ lautete der Titel einer Tour, die den Begriffen „unplugged“ und „akustisch“ eine völlig neue Dimension gab. Mit durchschlagendem Erfolg: das gleichnamige Livealbum meldete bereits nach drei Monaten Dreifach-Platin! Am 11. März gastiert die Band mit einem Revival dazu in der Münchner Tonhalle.

Spektakuläre Neu-Arrangements altbekannter Songs, außergewöhnliche Instrumentierungen und ein ganz neues Live-Feeling stehen im Mittelpunkt der „Defrosted“-Shows. Verstärkend mit auf Tour: zwei Background-Sängerinnen und Gastmusiker, darunter Percussionist Andi Pupato, der bereits 1997 Hena Habegger an den Drums begleitete.

Bei langjährigen Rockfans dürfte der Begriff „Defrosted“ für Gänsehaut sorgen. Ein musikalischer Balance-Act zwischen intimem Unplugged-Konzert und spektakulärem Event, zwischen handgemachtem Akustik-Purismus und bombastisch-großen, mitreißenden Song-Arrangements beschert den Besuchern einen Konzertabend mit Einzigartigkeitscharakter. 1997 gelang der Band mit „Defrosted“ ein Meilenstein, 2018 erwacht er erneut zum Leben. Der März 2018 steht damit auch im musikalischen Sinn für eine gigantische Schneeschmelze.

Als Special Guest dabei: Mr. Big-Sänger Eric Martin. Nur zusammen mit einem Gitarristen wird dieser alte und neue Songs passend zum „Defrosted“-Motto akustisch zum Besten geben. Der Amerikaner, der mit seiner charakteristischen Stimme mit Songs wie

„To Be With You“ oder „Just Take My Heart“ Ende der 80er/Anfang der 90er Weltruhm erlangte, befindet sich bereits seit etlichen Jahren auf Solopfaden. Extra für die Tour mit GOTTHARD präsentiert er sein Repertoire in einer besonderen Akustik-Variante. Konzerthappenings, die Fans handgemachter Musik und intimer, echter Live-Atmosphäre nicht verpassen sollten. Mit ERIC MARTIN findet die ohnehin bereits besondere Tour ein weiteres hochkarätiges Add On. Wie schon vor 20 Jahren, versprechen die „Defrosted“-Shows auch dieses Jahr wieder eine fette GOTTHARD-Party zu werden!


gotthard-defrosted-tourMEHR INFOS ZU GOTTHARD:

Webseite: http://gotthard.com

Facebook: https://www.facebook.com/Gotthard/?ref=br_rs

Gotthard in München: 11.03.2018 in der Tonhalle! Ein paar wenige Resttickets sind noch erhältlich – also schnell sein!
(Tickets sind unter www.myticket.de sowie telefonisch unter 01806 – 777 111 (20 Ct./Anruf – Mobilfunkpreise max. 60 Ct./Anruf) und bei den bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich.

Foto Copyrights: Gotthard

 

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